An alle die Pro-Trump waren: Steht ihr noch dazu?
GEOPOLITKDR KONGO


Religiöse und konservative Motive
Bei der letzten US-Wahl zeigte sich weltweit ein überraschendes Phänomen: Viele Afrikaner, überwiegend Männer, unterstützten Donald Trump. In sozialen Medien, Kirchen und politischen Debatten wurde er teilweise sogar als „von Gott gesandt“ gefeiert. Die Gründe für diesen Zuspruch sind vielfältig und setzen sich aus religiösen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren zusammen. Ein zentraler Punkt sind die geteilten konservativen Vorstellungen zu Familie, Religion und gesellschaftlicher Ordnung. Besonders der Einfluss evangelikaler Kirchen und Pastoren, die in vielen afrikanischen Ländern eine prägende gesellschaftliche Rolle spielen, war hierbei ausschlaggebend. Religiöse Führungspersonen stellten Trump oft als Verteidiger christlicher Werte dar, und in bestimmten Kreisen wurde er von Predigern gar als Teil eines göttlichen Plans interpretiert.
Wirtschaftliche Hoffnungen am Beispiel des Ostkongo
Ein besonderer Sonderfall dieser Entwicklung zeigt sich in der Demokratischen Republik Kongo. Dort hoffen einige Menschen, dass eine stärkere Einbindung der USA den seit Jahrzehnten andauernden Krieg im Osten des Landes beenden könnte – ein Konflikt, der eng mit dem Kampf um wertvolle Rohstoffe wie Kobalt, Coltan und Gold verknüpft ist. Da Präsident Félix Tshisekedi bereits einen Rohstoffdeal mit den USA angestoßen hat, wächst im Tshisekedi-Lager die Erwartung, dass eine wirtschaftliche Kooperation zu mehr Stabilität führt. Befeuert wird diese Hoffnung durch Trumps wiederholte Behauptungen, Konflikte beenden zu können, was ihn für manche Kongolesen in die Rolle eines potenziellen Friedensstifters rückt.
Verbreitung durch Desinformation und unrealistische Erwartungen
Diesen großen Hoffnungen stehen jedoch deutliche Widersprüche gegenüber. US-Präsidenten haben grundsätzlich nur einen begrenzten direkten Einfluss auf derart komplexe Konflikte wie den im Ostkongo. Die Vorstellung, ein einzelner ausländischer Politiker könne einen solchen Krieg schnell beenden, ist schlichtweg unrealistisch. Zudem bedeuten Rohstoffdeals nicht automatisch mehr Stabilität, sondern können im Gegenteil auch neue Abhängigkeiten oder Ausbeutung schaffen. Dass sich solche Pro-Trump-Narrative in Teilen Afrikas dennoch so stark verbreiten konnten, ist nicht zuletzt dem Einfluss sozialer Medien geschuldet, wo Halbwissen und Desinformation oft ungeprüft geteilt werden.
Diskrepanz zwischen Friedensversprechen und militärischer Eskalation
Auch auf globaler Ebene zeigen sich mittlerweile Diskrepanzen zu Trumps ursprünglichen Wahlkampfversprechen. Obwohl er mehrfach betonte, Kriege beenden und keine neuen großen Konflikte beginnen zu wollen, kam es Ende Februar 2026 zu einer massiven militärischen Eskalation im Nahen Osten. Die USA beteiligten sich gemeinsam mit Israel an großen Luftangriffen auf den Iran, woraus sich ein offener Krieg zwischen dem Iran und der amerikanisch-israelischen Allianz entwickelte. Der Iran reagierte darauf mit Gegen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele und deren Verbündete in der Region. Während Kritiker in dieser Entwicklung einen klaren Bruch mit Trumps Versprechen sehen, Amerika aus neuen Kriegen herauszuhalten, argumentieren seine Unterstützer, es habe sich um einen notwendigen „präventiven Schlag“ gehandelt, um noch größere Konflikte oder iranische Angriffe zu verhindern.
Quellen


Autor


Gründer von LuX Mwinda
Jonas Ndombasi Bidiamba


© 2026 LuX Mwinda
